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Städtebauliche Bodenordnung

Allgemeines

Planung und vorhandene Grundstücksstruktur passen häufig nicht zusammen und werden durch ein von der Gemeinde angeordnetes Umlegungsverfahren in Einklang gebracht. Ziel ist es, Grundstücke zu bilden, die nach Lage, Form und Größe geeignet sind, die Planungsziele umzusetzen.

Beide Verfahren sind im Baugesetzbuch (BauGB) geregelt und dienen der schnellen Umsetzung von Bebauungsplänen. Eine Anwendung innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ebenfalls möglich.

Umlegung

Die Umlegung kann sowohl bei der erstmaligen Entwicklung von anderweitig genutzten Flächen zu Bauland (Erschließungsumlegung) als auch zur Neuordnung bereits bebauter Gebiete (Neuordnungsumlegung) eingesetzt werden. Die Neuordnungsumlegung lässt sich insbesondere auch in städtebaulichen Sanierungsgebieten zweckmäßig zur Verbesserung der bestehenden Verhältnisse (Sanierungsumlegung) einsetzen.

Grundgedanke der Umlegung

  1. Alle Grundstücke des Umlegungsgebietes werden rechnerisch zur sogenannten Umlegungsmasse vereinigt. Diese Zusammenfassung erfolgt dabei nur rein rechnerisch und führt nicht zu einem großen Grundstück im Rechtssinne.
  2. Aus der Umlegungsmasse werden die örtlichen Flächen für öffentliche Zwecke vorweg abgezogen.
  3. Die verbleibende Masse (Verteilungsmasse) wird nach dem individuellen Sollanspruch auf die beteiligten Grundstückseigentümer verteilt.
Umlegung - Ablauf
Vereinfachte Umlegung

Mit der vereinfachten Umlegung können Grundstückstauschverfahren in kleineren Gebieten durchgeführt werden. Die Grundstücke müssen hierbei unmittelbar aneinander grenzen oder in enger Nachbarschaft liegen. Außerdem dürfen die auszutauschenden Grundstücke bzw. Grundstücksteile nicht selbstständig bebaubar sein. Es soll eine ordnungsgemäße Bebauung einschließlich Erschließung ermöglicht oder baurechtswidrige Zustände beseitigt werden. Dienstbarkeiten und Baulasten können dabei begründet, geändert oder aufgehoben werden.

Dieses gesetzlich geregelte Verfahren wird von der Gemeinde durchgeführt; die Befugnisse können aber auch auf den Umlegungsausschuss oder die zuständige Regionaldirektion des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) übertragen werden.

Vereinfachte Umlegung
Vorteile

Die Umlegung bringt gegenüber privatrechtlichen Regelungen sowohl für die Gemeinde als auch für die beteiligten Grundstückseigentümer wesentliche Vorteile bei der Verwirklichung des Bebauungsplanes oder der Entwicklung im Zusammenhang bebauter Ortsteile.

  • Die Umlegung schafft ohne notarielle Verträge und behördliche Genehmigungen zeitnah und kostengünstig neue Wohnbau- und Gewerbegrundstücke und wird damit der Nachfrage in der Bevölkerung und den Wünschen von Investoren gerecht.
  • Die Umlegung berücksichtigt sowohl das private Interesse der Eigentümer als auch das öffentliche Interesse
  • Die Umlegung gewährleistet die Gleichbehandlung der Eigentümer bei der Bereitstellung der öffentlichen Flächen und bei der Abschöpfung umlegungsbedingter Wertsteigerungen.
  • Zur Durchführung aller vermessungstechnischen, umlegungstechnischen und Verwaltungsarbeiten steht mit Ihrer Regionaldirektion des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) eine kompetente Fachbehörde zur Verfügung, die im Auftrag der Gemeinde tätig wird.
  • Die Umlegung ist im Interesse der Allgemeinheit auch gegen den Willen einzelner Beteiligter durchsetzbar.
  • Nach Abschluss der Umlegung ist eine kostengünstige Erschließung "aus einem Guss" möglich, da die öffentlichen Flächen der Gemeinde bereitgestellt werden.
  • Kosten für Notarleistungen und Grundbucheintragungen fallen nicht an.

Die vereinfachten Umlegung ermöglicht eine kostengünstige Gestaltung einzelner Baugrundstücke und Beseitigung baurechtswidriger Zustände ohne notarielle Verträge und behördliche Genehmigungen.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch!

Ansprechpartner für eine weitergehende Beratung finden Sie

  • in jeder Regionaldirektion des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN).

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