"Sulingen" ist mit knapp 6300 Hektar und über 1000 Teilnehmern das größte Flurbereinigungsverfahren in Niedersachsen. Zwei Ortsumgehungen, zahlreiche Projekte zum Wege- und Gewässerbau, Maßnahmen zur Stadtentwicklung und -sanierung sowie Naherholung und Naturschutz wurden in 28 Jahren umgesetzt.
Ortsumgehungen der Bundesstraßen 214 und 61 waren 1981 die Triebfedern des ersten Flurbereinigungsverfahrens in Sulingen. Mit dem Ziel, den Schwerlastverkehr aus der Stadt zu verbannen, suchte die Stadt gemeinsam mit dem Amt für Landentwicklung der GLL Sulingen (Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften) nach geeigneten Lösungen.
Am 11. September 2009 konnten die Hauptakteure im Beisein des Staatssekretärs Friedrich-Otto Ripke, des Fraktionsvorsitzenden der CDU im niedersächsischen Landtag David McAllister und zahlreicher Gäste das Verfahren als erfolgreich beendet erklären. Das Verfahren "Sulingen" wurde 1981 eingeleitet und ist das erste der drei Flurbereinigungsverfahren im Sulinger Stadtgebiet. Es folgten 1990 "Sulingen-West" und 2001 "Sulingen-Ost". "Sulingen" ist mit knapp 6300 Hektar und über 1000 Teilnehmern nicht nur hier das mit Abstand größte Verfahren, sondern sogar in ganz Niedersachsen.
Gut elf Millionen Euro wurden für die Ausführungskosten inklusive der landschaftspflegerischen Maßnahmen aufgewendet. Damit baute die Teilnehmergemeinschaft unter dem Vorsitz von Werner Winte unter anderem 45 Kilometer Wege und 52 Kilometer Gewässer aus und um, legte insgesamt 28 Hektar Biotope an und pflanzte 61 Kilometer Baumreihen und Hecken. Nicht in den elf Millionen Euro enthalten sind die Kosten für die Umgehungsstraßen.Entscheidend für die Stadt Sulingen waren jedoch die vielen Folgeprojekte bezüglich Stadtentwicklung und -sanierung, Naherholung und Naturschutz, die nach dem Auszug der Bundesstraßen verwirklicht werden konnten.
Während der Bereisung zur Abschlussveranstaltung erklärte GLL-Behördenleiter Helmut Weiß den Gästen, welche Projekte bezüglich Suletal, Sanierung historischer Bauwerke, Gewerbeumsiedlung, Stadtsee und Sportpark durchgeführt wurden. Heinrich Dammeier, GLL-Projektleiter des Flurbereinigungsverfahrens, ergänzte Informationen zu landwirtschaftlichen, straßen- und weiteren gewässerbaulichen Maßnahmen. Beim Halt im Siedener Moor ergriff Peter Germer von der Projektgruppe BUND Diepholzer Moorniederung das Wort und klärte die Gäste über die Regenerierung des Hochmoores auf. Der vierte Redner während der Busrundfahrt war schließlich Henrich Meyer zu Vilsendorf, Leiter der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer. Er nutzte die Gelegeheit, um vor der Ankunft an der Infotafel und dem Gedenkstein die positiven Auswirkungen des Verfahrens für die landwirtschaftlichen Betriebe aufzuzeigen.Nach der Rundreise folgte eine Feierstunde in der Gaststätte Dahlskamp in Sulingen mit weiteren Gästen und einer Ansprache des Staatssekretärs. Ripke wies darauf hin, dass das Verfahren einer Kosten-Nutzen-Untersuchung unterzogen wurde und dabei hervoragend abgeschnitten habe. Es gilt auch in dieser Hinsicht als Vorbild für Niedersachsen.
Es folgten Grußworte des Landrates Gerd Stötzel, des Bürgermeisters Harald Knoop, des Leiters Prozessmanagement der Firma Lloyd-Shoes Manfred Buschmeier und dem Vorsitzenden der Initiative Sulingen John-Henrik Landwehr. Unisono waren die Redner begeistert von der Entwicklung der Stadt Sulingen. Heute bereichern restaurierte historische Gebäude das Stadtbild, Betriebe konnten durch die Bereitstellung geeigneter Gewerbeflächen am Standort gehalten werden, Landwirte finden gute Produktions- und Arbeitsbedingungen vor, Lärmschutzwälle entlang der Ortsumgehungen sorgen für eine gute Wohnqualität, Freizeit-, Sport- und Grünanlagen fügen sich idyllisch und naturnah ins Stadtbild ein und die Belange des Naturschutzes finden in den umliegenden Mooren und Gewässern reichlich Berücksichtigung.
Gastredner David McAllister bezeichnete schließlich Dorferneuerung und Flurbereinigung als bewährte Instrumente der Landentwicklung. Gerade am Beispiel Sulingen seien Ergebnisse deutlich geworden, die sich sehen lassen könnten. Er setzte sich mit klaren Worten für den Erhalt der GLL im ländlichen Raum ein und bezeichnete sich als "Freund der GLL".
Fotos der Abschlussveranstaltung